Umgang mit Menschen mit Demenz in der Krankenpflegehelferausbildung im LTPS: Reflexion zum bestehenden Curriculum im Hinblick einer adäquaten Anpassung entsprechend den aktuellen Anforderungen in der
Die Gesellschaft von heute wird immer älter. Somit steigt auch die Wahrscheinlichkeit, an Demenz zu erkranken. Die Demenz hat unterschiedliche Ätiologien und Facetten. Dadurch sind auch die Pflege und die Pflegeplanung bei Demenzkranken individuell auszugestalten und daher sollten diese Aspekte auch in den Lehrplänen berücksichtigt werden. Die Wissenschaft hat die verschiedenen Demenzen noch nicht bis ins Detail erforschen können. Somit ist auch die medizinische Behandlung begrenzt. Wo die medizinischen Therapien an ihre Grenzen kommen, spielt die Pflege eine umso wichtigere Rolle. In Pflegeheimen gibt es vielfältige Angebote mit dem Ziel, ein angstfreies und adäquates Umfeld für die Demenzkranken zu schaffen. Durch Interviews mit Pflegeleitungen sowie einem Praxisanleiter auf einer Demenzstation konnte eruiert werden, welche Pflegekonzepte, Modelle und Methoden in Hinblick auf die Demenz in der Praxis angewandt werden. Sehr viel Wert wird beispielsweise auf eine angepasste Kommunikation gelegt. Die Integrative Validation nach Nicole Richard ist ein Werkzeug, welches dem Demenzkranken Wertschätzung und Verständnis entgegenbringt und seine Individualität berücksichtigt. Auch die Biografiearbeit ist ein wichtiges Element, da der Demenzkranke und sein Verhalten durch Kenntnisse über sein Leben besser zu verstehen sind. Snoezelen, Kunst- und Musiktherapie helfen ebenfalls, den Demenzkranken zu bewegen – auf seelischer, aber auch körperlicher Ebene. Beispielsweise wird die „10-Minuten-Aktivierung“ in den Alltag eingebaut und kann als Türöffner wirken, durch den Interesse und Aufmerksamkeit bei Menschen mit Demenz geweckt werden kann. Das psychobiografische Modell nach Erwin Böhm bewegt zuerst die erkrankte Seele, das Krankheitsbild wird hintenangestellt. Jede Demenz ist anders und jeder Mensch ist anders. Besonders für junge Auszubildende der Pflegehilfe, die kaum Praxiserfahrung haben, ist es schwierig, diese Erkrankung zu erfassen. Mittels der Interviews mit den Pflegeleitungen der Pflegeheime konnte neben den Pflegekonzepten, 5 Modellen und Methoden auch festgestellt werden, wo sie die Schwierigkeiten der jungen Auszubildenden sehen, wenn diese in Kontakt mit Demenzkranken kommen. Neben kleinen fachlichen Wissenslücken ist es hauptsächlich der Umgang bzw. die angepasste Kommunikation der Auszubildenden, die unbedingt zu fördern sind. Auch die Auszubildenden selbst erwähnten im Rahmen einer anonymen Befragung eine gewisse Unsicherheit im Umgang mit Demenzkranken und wünschen sich mehr Training in der Kommunikation. Der Wunsch, nicht nur im letzten Ausbildungsjahr Kenntnisse über die Demenz und deren Umgang zu erhalten, besteht seitens der Auszubildenden und auch der Pflegeleitungen bzw. des Praxisanleiters. Diese Sichtweise wurde auch im fachlichen Austausch mit einer Lehrerkollegin, welche den Unterricht zur Demenz kennt, bestätigt. Die Sachkompetenz kann weiter gestärkt werden, indem die Inhalte des Unterrichts an die Bedürfnisse der Pflegewelt angepasst werden. Jedoch besteht auch der Bedarf, die Selbst- und Sozialkompetenz durchgehend über die drei Ausbildungsjahre zu fördern und zu fordern, denn beide sind im Umgang mit Demenzkranken unabdingbar. Im Lernort Schule bestehen Möglichkeiten, die jungen Auszubildenden in ihrer Selbst- und Sozialkompetenz zu stärken, damit eine gute Kommunikation mit den Demenzkranken gelingen kann. Dazu werden punktuell Ideen erläutert.