Philosophische Frühförderung – Bedeutung und Pertinenz für das öffentlichstaatliche Schulsystem in Luxemburg
Die folgende Arbeit geht der Frage nach, inwiefern Philosophie bereits im Grundschulalter unterrichtet und durchaus legitimiert werden kann. Wenn bdquo;Staunenldquo;, als Ursprung der Philosophie gesehen werden kann, wieso dann nicht bei jenen beginnen, bei denen, das bdquo;Staunenldquo; noch am stärksten vorhanden ist? Anhand einer philosophischen Sequenz zum Thema Glück wird analysiert, wie sich Grundschüler aus dem cycle 3.1. einer existenziell philosophischen Thematik nähern, sich mit ihr auseinandersetzen und worin der Unterschied zu Schülern aus dem enseignement secondaire, sowohl aus dem cycle inférieur wie supérieur, besteht. Außerdem wird gezeigt, inwiefern eine Frühförderung einer philosophischen Betätigung, sowohl eine positive Auswirkung auf die Persönlichkeitsentwicklung des Kindes hat, aber auch wichtige Kernkompetenzen sowohl für ein modernes Schulsystem, als auch für die heutige Gesellschaft - Rationalität, Kritikfähigkeit und Urteilskraft - fördert. Die Arbeit umfasst drei große Bereiche. Im ersten Teil werden die genauen Erwartungen und Anforderungen an ein modernes, öffentlich-staatliches Schulsystem in Betracht gezogen. Indem auf die Geschichte, die unterschiedlichen Ansätze und Modelle bezüglich bdquo;Philosophieren mit Kindernldquo; eingegangen wird, kann festgestellt werden, inwiefern eine Frühförderung im philosophischen Denken den Erwartungen entspricht und mit gängigen Lerntheorien in Einklang gebracht werden können. Der zweite Teil umfasst die konkrete Planung und Umsetzung der bdquo;Glückssequenzldquo; auf drei Schulstufen. Die Herangehensweisen werden analysiert, so dass ein methodischer wie auch didaktischer Vergleich zwischen unterschiedlichen Altersgruppen möglich wird. Der letzte Teil der Arbeit soll einen Rückbezug auf die Ausgangsfrage ndash; Philosophische Frühförderung ndash; Bedeutung und Pertinenz für das staatlich-öffentliche Schulsystem? herstellen und beantworten. Die hiermit zusammenhängende Frage ndash; wieso die Kapazität der Dialektik und Reflexivität nicht bereits im Kindesalter gefördert wird, wird erneut diskutiert und durch die praktischen Erfahrungen versucht, zu beantworten. Es wird aufgezeigt, dass auch Schüler des cycle inférieur und der Grundschule, durchaus fähig sind, philosophisch relevante Fragen zu stellen, nach Antworten zu suchen und die sokratische Gesprächskultur sinngemäß zu pflegen. Einige Gedanken und Möglichkeiten werden zudem angeführt, wie Philosophie das luxemburgische Schulsystem bereichern kann, welche Möglichkeiten ganz konkret vorliegen und wie Philosophie als Schulfach von einer Reform in der Sekundarstufe durchaus profitieren könnte.