„Die Möglichkeit eines neutralen Werteunterrichts: Ein Vorschlag - Die Methode des Portfolios als Werteorientierung angesichts des Überwältigungsverbots“
In vorliegender Arbeit wurden die Probleme und Fragestellungen der Pädagogik und der Bildung im Allgemeinen untersucht, so dass am Ende ein Instrument entwickelt werden konnte, das es ermöglicht, für den kommenden Werteunterricht „fachgerecht“ eingesetzt zu werden. Es hat sich ergeben, dass Wertebildung nicht durch Wertevermittlung und Bildung nicht durch Belehrung stattfinden sollte, sondern dass nur Selbstbildung und Werteorientierung die Würde des Menschen im höchsten Grade respektieren. Deshalb sollte der Lehrer sich in einem Werteunterricht neutral verhalten, d.h. er darf seine Weltanschauung nicht durchsetzen wollen und muss somit jegliche Art der Indoktrination zu umgehen versuchen, wodurch der Begriff des Überwältigungsverbots gewählt wurde hinter den Wertekanon, entstanden durch die Aufklärung, die Verfassung und die Menschenrechte ist freilich nicht zurückzukehren. Das Instrument, d.i. ein angeleitetes Portfolio, soll als Methode dienen, den SuS behilflich zu sein, indem sie sich an Werten orientieren, damit diese ihnen für eine sinnvolle Lebensgestaltung samt eigenen Zielsetzungen bewusster werden. Die SuS sollen sich zu selbstbestimmten und mündigen Bürgern entwickeln, die urteilen, wertschätzen, kritisieren, verbessern, organisieren, planen, indem sie die Möglichkeit erhalten, Verantwortung zu übernehmen für ein selbst erstelltes Produkt das Portfolio, in dem Methoden enthalten sind, welche es ermöglichen über materielle/immaterielle Werte nachzudenken, ihre Motive anzugeben, Argumente für die eigenen Stellungnahmen zu entwickeln, kontrafaktisch, kreativ und ästhetisch zu denken, ihr eigenes Produkt zu bewerten, d.h. ihre Arbeit nach Punkten einzuschätzen sowie Werte im Konsens zu bilden und diese zu hierarchisieren Prioritätenordnung, Wertepyramide. Zwei Dilemmata dienen der Berechnung der eigenen Urteilskompetenz Dr. Prof. Georg Lind, so dass eine Vielfalt an Faktoren in die Zusammensetzung der Bewertungskriterien einfließen können, wodurch das Portfolio, als Dokumentations- und Reflexionsinstrument, auch als Leistungsnachweis dienen kann. Hauptmerkmal dieses schülerzentrierten Unterrichts bleibt jedoch die active Auseinandersetzung und Beteiligung der SuS am Unterricht und der Werteproblematik, so dass vorliegende Arbeit den SuS den Raum für Muße und Denken freilegen will, damit Schule sich wieder als Bildungsstätte behaupten kann, in der die SuS als Subjekte erkannt werden und diese Wertschätzung auch erfahren. Die Methode des Portfolios als Rahmengebung und Orientierungshilfe eröffnet den Weg zur Selbstbestimmung innerhalb einer vom Wertepluralismus gekennzeichneten multikulturellen und multireligiösen Gesellschaft.