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Zweispurig unterwegs: Kunstlehrende in kulturellen Einrichtungen

by Claire Mannes

Die gesellschaftlichen Anforderungen an Schülerinnen sind im ständigen Wandel und werden immer komplexer. Dadurch nimmt die Vermittlung des Kultur- und Kunstverständnisses als Bestandteil der formalen Bildung im Sekundarunterricht kontinuierlich an Relevanz zu. In diesem Kontext sind Im Laufe der Zeit sowohl vom Kulturministerium als auch vom Unterrichtsministerium unterschiedliche Bemühungen angestellt wurden, um die Kultur- und Kunstszene in der formalen Bildung heranzuziehen. Als Kunstlehrerin greife ich gerne auf diese Möglichkeiten zurück. Dabei ist mir aufgefallen, dass entsandte Kunstlehrende, die ein wichtiges Bindeglied zwischen der kulturellen Einrichtung und der Schule darstellen, in diesem Zusammenhang kaum Beachtung finden. Meines Erachtens handelt es sich hier jedoch um ein Instrument, das ein enormes Potenzial bietet, und wie mein travail de candidature belegt, intensiver berücksichtigt werden sollte. Die Entsendung stellt eine Form der pädagogischen Arbeit dar, die zwar unterschiedliche Einschätzungen hervorruft, jedoch bislang kaum aus erziehungswissenschaftlicher Sicht thematisiert und analysiert wurde.   Um die Auswirkungen der Entsendung feststellen zu können, versuche ich sie in einen ganzheitlichen Kontext einzubetten. Hierunter sind sowohl die politischen Bemühungen als auch die Bestrebungen der kulturellen Einrichterin, die Ober die letzten 60 Jahre in diesem Zusammenhang erfolgten, zu verstehen. Die Standpunkte der aktuell auf unterschiedlichen Ebenen Beteiligten sowie die von ausländischen Akteurinnen, die auch als entsandte Kunstlehrende tätig sind, empfinde ich ebenfalls als wichtig, um diesen Kontext sowie die Sachlage besser zu erfassen. Die Bildungsinhalte des Kunstunterrichts und dessen Gemeinsamkeiten resp. Differenzen mit den Zielsetzungen der Bildung und Vermittlungsbereiche kultureller Einrichtungen in Bezug auf Jugendliche sind desgleichen zu berücksichtigen.   Da es fast keine schriftlichen Abhandlungen bezüglich des Themas ,,entsandte Kunstlehrende in kulturellen Einrichtungen" gibt, fundiert die Methodologie meiner Arbeit auf zwei Hauptpfeilern. Zum einen auf von mir veranlassten Interviews und erstellten Umfragen, die sich an alle Kunstlehrende Luxemburgs sowie an eine Auswahl kultureller Einrichtungen richteten. Zum anderen habe ich die für mein Thema relevanten Gesetzestexte, Tätigkeitsberichte der zuständigen Ministerien, Debatten in der Abgeordnetenkammer, politisch veranlassten Berichte sowie Zeitungsartikel aus Luxemburg recherchiert und analysiert. Durch diese Methode konnte ich eine Analyse erstellen, die an das luxemburgische Instrument der Entsendung von Kunstlehrenden angepasst ist. Als Schlussfolgerung ergibt sich, dass das Instrument der Entsendung sehr vielversprechend für alle Beteiligten ist. Es bedarf jedoch einer Modernisierung und Optimierung, damit die Entsendung systematischer eingesetzt werden kann, um somit als zusätzliches Mittel, neben den bereits bestehenden initiativen, fungieren zu können, um Kinder und Jugendliche verstärkt für Kunst und Kultur zu sensibilisieren.